1108 bis 1849

1108

Mit der Grenze bzw. Pfarrbeschreibung von Wullersdorf anlässlich der Weihe der Kirche von Wullersdorf durch den Passauer Bischof erhalten wir erstmals urkundlich Nachrichten (neben anderen Orten) von Kalladorf (Chelchdorf). Über die Herkunft des Namen ist man ganz verschiedener Meinung. Die einen sagen, Kalixt, der Gründer des Ortes hat ihm den Namen gegeben, andere wieder setzten es außer Zweifel, dass der Name Chelchdorf, Kelchdorf oder Keltendorf wegen seiner allzu auffälligen Ähnlichkeit mit dem Worte "Kelte" schon eine Restsiedlung der alten Kelten gewesen ist, die im Altertum einen großen Teil Europas beherrschten.

 

Im 12. Jahrhundert kommt in den Saalbüchern von Göttweig und Klosterneuburg der Name Chelchdorf vor.

 

1160

Bei einer Schenkung eines Gutes zu Wiernsdorf (bei Ravelsbach) und zu Zwentendorf an die Abtei Göttweig war als Zeuge Hartuch de Chelchdorf, ein Vorfahre der Kalladorfer anwesend.

 

1208

hatte Hadmar von Kuenring der Abtei Zwetel (Zwettl) das Dorf Grund und drei Huben zu Kalladorf geschenkt und zwar zum Ersatz für das Silber, das der genannte Edelherr den Ordensbrüdern schuldig war. Die Dominien Wullersdorf, Immendorf, Mailberg und die Dominikaner zu Retz hatten Grundholden in Kalladorf, weil ihnen Heinrich der Praunstorfer und Winter der Neydecker um 63 Pfennige, vier Pfund Gülten zu Kelesdorf verkauft haben.

 

Im 15. Jahrhundert wird unsere Gegend von Hussiten und ungarischen Söldnern heimgesucht.

 

1499

Für Wullersdorf und die umliegenden Orte ist bereits eine Pfarrschule nachgewiesen.

 

1645

kamen die Schweden unter General Lienhart Torstenson in unsere Heimat.

 

1768

Auch das Stift Altenburg hatte bis zum 18. Jahrhundert Besitzungen in Kalladorf. Das geht aus einer Urkunde hervor, die besagt, dass am 23. Juni 1768 das Stift dem Besitzer der Herrschaft Guntersdorf, Johann Baptista Freiherr von Ludwigsdorf, sieben mit aller grundobrigkeitlichen Jurisdiktion dem Stifte gehörige gestiftete Hofstatthäuser zu Kalladorf nebst dem Grundbuche, wozu zwei Grundholden zu Stätteldorf gehörten um den geringen Preis von 1200 Gulden verkauft hat.

 

1809

Der von den Franzosen durch Brand und Plünderung verursachte Schaden wurde in Kalladorf mit 53.291 fl. angegeben.

 

1815

Durch eine Feuersbrunst am 11. Mai wurden 18 Häuser ein Raub der Flammen.

 

1831/32

Schlimmer noch als der materielle Schaden sollte sich jedoch die der Besetzung folgende Choleraepedemie auswirken. Dabei scheint Kalladorf schwer getroffen zu sein, während die übrigen Gemeinden des Wullersdorfer Gebietes weitgehend verschont blieben. Für die Pfarre Wullersdorf sind insgesamt 23 Tote angegeben.

 

1848

Bis zu diesem Jahr hatte Guntersdorf das Landgericht und die Ortsobrigkeit über Kalladorf.

 

1849

Anlässlich der Konstituierung der Ortsgemeinden existierte bereits der Plan zur Errichtung einer Großgemeinde Wullersdorf mit den Ortschaften Wullersdorf, Grund, Kalladorf, Immendorf, Hetzmannsdorf und Raffelhof, was einer Bevölkerungszahl von damals 2.879 Einwohnern entsprochen hätte. Dieser Plan scheiterte damals am Widerstand der jeweiligen Ortsbevölkerung, die der Kleingemeindestruktur den Vorzug gegeben hatte.
Nach dem provisorischen Gemeindegesetz von 17. März 1849 oblag nunmehr die Wahrnehmung der Agenden der unteren Verwaltung der sich konstituierenden Ortsgemeinden. So bildete sich 1865 mit Bürgermeister Leopold Dondl und den Gemeinderäten Leopold Dungl und Josef Schmied, allesamt Bauern, der Gemeindevorstand.